Mach’s mit Musik

Je mehr Gefühl die Musik auslöst, desto intensiver wird eine Berührung wahrgenommen. Selbst wenn ein Pinselroboter für gleichbleibende Streicheleinheiten sorgt. Musik verbindet. Damit ist diese Erfahrung nun einmal mehr wissenschaftlich untermauert.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI CBS) in Leipzig könnten nun einen wichtigen Teil der Erklärung gefunden haben: Musik beeinflusst unsere Wahrnehmung von Berührungen. „Wir haben beobachtet, dass wir Berührungen umso verführerischer erleben, je betörender wir die Musik empfinden, die wir dabei hören“, erklärt Studienleiter Tom Fritz.

Das Interessante dabei: Selbst als die Probanden vor dem Experiment erfuhren, dass sie nicht von einem echten Menschen, sondern von einem Roboter gestreichelt werden, beeinflusste die Musik, wie sexy die Berührung wahrgenommen wurde.

Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass der emotionale Ausdruck einzelner musikalischer Klänge der gleichen Dynamik folgt wie der einer Berührung. Eine trauriger Klang wird somit in Bezug auf ihren Rhythmus ähnlich verarbeitet wie eine traurige Berührung, ein aggressiver entsprechend wie eine aggressive Berührung. Dementsprechend greifen wir zur genaueren Verarbeitung von Musik auf Bereiche im Gehirn zu, die sowohl für Berührung als auch Bewegung zuständig sind.

Die Erkenntnisse widersprechen damit der Hypothese des bekannten Kognitionswissenschaftler Steven Pinker, nach der Musik nur ein „auditory cheesecake“ sei, also ein angenehmes Dessert, das aber aus evolutionärer Sicht von geringer Bedeutung und nicht mehr als ein Nebenprodukt von Sprache sei.

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